Sie sind hier:

Pahlhuus Zarrentin

Das Pahlhuus - Informationszentrum des UNESCO-Biosphärenreservats

Im Pahlhuus (plattdeutsch für Pfahlhaus) hat die untere Naturschutzbehörde für das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und für den mecklenburgischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ihren Sitz. Daher wir die Naturparkverwaltung auch Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe genannt. Das moderne und auf Pfählen gebaute Informationszentrum in Zarrentin wird vom Land M-V betrieben. Hier können Besucher sich eine kleine Naturausstellung zur Region ansehen und nebenbei Ausflugstipps aufnehmen. Darüber hinaus finden rund ums Jahr im und um das Pahlhuus verschiedene Veranstaltungen statt. Zum Beispiel der Biosphäre-Schaalsee-Markt (am ersten Sonntag im Monat, von April bis November), das Theater im Pahlhuus sowie diverse Informationsveranstaltungen zu vorwiegend ökologischen Themen.

Wie kam es nach der Wende zum Biosphärenreservat Schaalsee? Im September 1990 wurde der Naturpark Schaalsee durch das Land rechtsverbindlich eingerichtet. Ab Juli 1998 wurde die Schaalseeregion vom Land M-V als Biosphärenreservat ausgewiesen und das Informationszentrum Pahlhuus offiziell eröffnet. Nach erfolgreicher Antragstellung wurde das Biosphärenreservat Schaalsee im Januar 2000 von der deutschen UNESCO-Kommission zum UNESCO-Biosphärenreservat erhoben. Die UNESCO ist eine weltweites Netzwerk und eine Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation und wird in Deutschland von der deutschen UNESCO-Kommission vertreten.

Der Begriff Biosphärenreservat setzt sich aus den beiden Hauptbegriffen „Biosphäre“ und „Reservat“ zusammen. „Biosphäre“ besteht aus dem griechischen Wortteil bios (Leben) und sphaira (Kugel), gemeint ist mit diesem Begriff die Gesamtheit aller Lebensräume, in denen Lebewesen vorkommen. Das zweite Hauptwort „Reservat“ wurde aus dem Lateinischen entlehnt und bedeutet „retten, aufbewahren, vorbehalten“. Somit bedeutet der Begriff Biosphärenreservat Schaalsee, dass die verschiedenen Lebensräume der Schaalseeregion in ihren natürlichen Ausprägungen erhalten und bewahrt werden sollen.

Biosphärenreservate stehen für eine verträgliche Nutzung von Kultur- und Naturflächen. Im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee gibt es 18 Naturschutzgebiete, das sind etwa 25% der gesamten Fläche. Abhängig vom Schutzziel ist es auch in Naturschutzgebieten unter bestimmten Auflagen möglich, diese wirtschaftlich zu nutzen. Für bisher ca. 5% der Fläche, in den sogenannten Kernzonen, wird jegliche wirtschaftliche Nutzung untersagt.

Um mehr über ökologische Projekte des Biosphärenreservates zu erfahren klicken sie bitte hier.

Quelle:

https://www.biosphaere-schaalsee.de/schaalsee/das-pahlhuus/ (Stand: 17.01.2021)

WISSENSWERTES

Zur Entstehung des Schaalsees

Die Landschaft Westmecklenburgs wurde durch eiszeitliche Gletscher geprägt. Vor etwa 300.000 Jahren schob sich ein bis zu drei Kilometer hoher Eisschild von Skandinavien in Richtung Mitteleuropa. Erst vor etwa 12.000 Jahren schmolzen die letzten Reste dieses riesigen Gletschers der Weichselzeit. Bei der Gletscherschmelze entstanden riesige Wasserströme, die mit hoher Geschwindigkeit tiefe Rinnen in der Landschaft hinterließen. Die durch den mächtigen Eisschild geformte Endmoränenlandschaft wurde durch tiefe Strömungsrinnen vollendet. Die Rinnen füllten sich schnell mit Wasser und stellen bis heute die wasserreiche Schaalseeregion dar. Insbesondere der 71 Meter tiefe und sich auf ca. 24 Quadratkilometer erstreckende Schaalsee ist ein gutes Beispiel für die Kraft des eiszeitlichen Wassers.

Quelle:

https://www.biosphaere-schaalsee.de/schaalsee/ (Stand: 17.01.2021)